Tal der Papierfabriken

DAS TAL DER PAPIERFABRIKEN VON TOSCOLANO MADERNO AM GARDASE

Ort einer produktiven Tradition seit dem 14. Jahrhundert , zentrum für Papier in den Gabieten der venezianischen Republik, mittelpunkt einer blühenden Industrie im 19 und 20 Jahrhundert. Heute präsentiert sich das “Tal der Papierfabriken“ in der Gemeinde Toscolano Maderno an der breschianischen Riviera das Gardasees, als ein einzigartiger Komplex von Zeugen einer grossen, industriellen Vergangenheit.
Der faszinierende landschaftliche Rahmen bietet einen aufregenden Kontrast zu den Besitzer, die Spuren der Kanalisation, in denen das zur Produktion benötigte Wasser geleitet wurde, die Strasse, die vor meher als einem Jahrhundert von den Papierfabrikanten gebaut wurde; all das vereinigt sich mit einer üppigen morphologischen Vegetation.
So zeigt sich heute das Tal, wo die Produktion endgültig in den sechziger Jahren aufhörte, in dem aber heute Anzeichen sind für den intensiven Prozess einer Wiedergeburt. Eingebettet im Park des “Alto Garda Bresciano“ ist das Tal der Papierfabriken eines der wichtigsten monumente des geschichtlich-industriellen kulturerbes Italiens.
Valle delle cartiere

 

EINE SÄKULARE TRADITION

Die Papierfabriken von Toscolano erfreuten sich bereits in der zweiten Hälfte des 14.Jahrehunderts einer Schnellen Entwicklung, weil sie den Anforder Druckereien in Venedig gewachsen waren und auch die Drucker beliefern konnten, die sich in den Städen am See niedergelassenhatten.
Ausserdem unterhielt die Industrie von Toscolano enge Beziehungen zu den Märkten der Levante, die jedoch untergingen mit dem Ende des Bestehens der Republik von Venedig.
Cascata valle delle cartiere
Ungefär in des 19.Jahrhunderts wurde in den Papierfabriken von Norditalien die“macchina continua“ eingerführt, wordurch die Papierproduktion am Gardasee in enie tiefe Krise gestürzt wurde. Trotzdem enschloss sich in 1875 Andre Maffizzoli, der meist dynamische der lokalen Unternehmer, zu einer umfassen Modernisierung seiner Fabrik in Miana Superiore. Anfang des 20.Jahrhunderts entschied man sich engültig, den traditionellen Standort der Papierfabriken am Fluss Toscolano zu verlassen. Nachdem Maffizzoli in der Ortschaft Camerate eine hydroelektrische Zentrale gebaut hatte, entschloss sich der Unternehmer in 1905 eine neue Papierfabrik am Ufer des Sees zu bauen, wo noch heute die Produktion fortgesetzt wird unter dem Namen“Papierfabrik von Toscolano“. Das Tal aber geriet in einem fortwährenden Verfall.

 

IM GRÜNEN DES TALS DER PAPIERFABRIKEN

Die zauberhafte Landschaft des Tals von Toscolano besteht in erster Linie in der Üppigkeit und Verschiedenheit seiner Vegetation, die sich vermischt mit den Ruinen und den überwucherten resten einer einst blühenden Industrie. Mittelmeerische Pflanzen ranken sich um die Mauern der verfallen Fabriken in Garde und formen einen Kontrast zu dem mit Venushaar bedeckten Felsen am Eingang des Tals.
Ölbaume scheinen die vergessene Kegelbahn in Botticella bei Maina Superiore zu beleben und ihre silbergrünen Zweige formen einen Bilderrahmen für die Ruinen der Fabrik in Vago und weissen den Weg zu den mit geduld herausgeschlagenen Stufen zum Gefälle von Lume, am Ende des Tals.
Die Zypressen sind überall anwesend; ihrer vertikale Linie ist in perfekter Harmonie mit dem grossen Schornstein von Maina Inferiore. Die Steineichen, der Baum, der felsen, die auf den Wasserspiegel hinunterschauen, stehen dicht nebeneinander un erreichen an einigen Punkten, über caneto und vago, monumentale Ausmasse. L‘Opuntha tuna, eine Art Kaktusfeige in Maina Inferiore und die grosse Baumkrone einer Osmanthus bei der Villa Maffizzoli in der Mitte des tals, erinnern an die Zeiten, als man auch in Industriegebieten Pflanzen und Bäume mit Liebe pflegte.
In der Landschaft des Tals, das gezeichnet ist durch die Ruinen, empfindet man die Erneuerung der Natur wie ein Zeichen für die Möglichkeit, die industrielle vergangenheit mit einer neuen, viatalen Zukunft zu verbinden.
Valle delle cartiere